Zahnmedizinische Prophylaxe

Zahnmedizinische Prophylaxe bezeichnet alle Maßnahmen, die verhindern sollen, dass Krankheiten der Zähne und des Zahnhalteapparates entstehen oder sich verschlimmern. Ein Synonym ist zahnmedizinische Prävention. Prophylaxe ist von altgriechisch  „Vorsicht“  abgeleitet, das selbst von „sich vor etwas hüten“ abstammt.

Allem voran steht die Vorsorgeuntersuchung zur frühzeitigen Erkennung von krankhaften Zuständen. Die Gruppenprophylaxe betrifft ausgewählte größere Bevölkerungsgruppen (z. B. Untersuchungen von Schulkindern durch Schulzahnärzte), während die Individualprophylaxe sich nur auf uEinzelpersonen bezieht.

Arten der Prophylaxe

Es wird weiter zwischen der kollektiven oder Massenprophylaxe (betrifft große Bevölkerungskreise) und der semikollektiven Prophylaxe (begrenzt auf spezielle Gruppen) unterschieden. Die kollektive Prophylaxe umfasst z. B. die Fluoridierung der Zähne über das Trinkwasser, durch Zusätze zu Nahrungsmitteln und durch Zahnpasta. Zu den Basisprophylaktische Maßnahmen gehören das tägliche Zähneputzen, die Verwendung von Zahnseide und zuckerarme Ernährung. Sie sollten Bestandteil jeder täglichen Mundhygiene sein. Intensivprophylaktische Maßnahmen richten sich im Rahmen der Individualprophylaxe an Personen mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko für Karies oder Parodontitis.

Geschichte:

Aus der Steinzeit ist bekannt, dass sich Menschen zur Zahnpflege mit Weidenstöcken die Zähne sauber stocherten. Von altägyptischen Ärzten ist eine erste Zahnpasta überliefert (vor ca. 4000 Jahren), eine Mischung aus gemahlenem Bims und Weinessig auf Kaustöcken, auch Miswāk genannt. Miswāk, auch Siwāk, bezeichnet einen Zweig, eine Knospe oder ein Wurzelstück des Zahnbürstenbaumes, das zur Reinigung der Zähne verwendet wird.

Karieserkrankungen der Zähne und Erkrankungen des Zahnhalteapparates haben ihre gemeinsame Ursache im Biofilm und deren Stoffwechselprodukten. Die primäre Karies- und Parodontalprophylaxe richtet sich auf die Schaffung von sauberen Zahnoberflächen. Dieses Ziel kann nur durch geeignete Mundhygienemaßnahmen erreicht werden.

Mundhygienemaßnahmen

Bei der Mundhygiene unterscheidet man zwischen Zahnpflege und Prothesenhygiene. Ziel der Mundhygiene ist die regelmäßige und gründliche Entfernung von Speiseresten und Plaque, um Karies, parodontalen Erkrankungen und Mundgeruch vorzubeugen. Durch Mundspülungen, Sprays und Mundduschen allein können Zähne und Prothesenoberflächen nicht ausreichend gesäubert werden, allenfalls größere Speisereste lassen sich dadurch herausspülen.

Auch der langzeitige Erfolg bereits bestehender zahnmedizinischer Restaurationen (meist Füllungen) hängt von einer guten Mundhygiene ab. Ergänzend zu den Mundhygienemaßnahmen, die jeder zu Hause durchführen kann, wird in der Regel die regelmäßige Durchführung einer professionelle Zahnreinigung durch den Zahnarzt oder dessen Hilfspersonal empfohlen. Für den Patienten haben bei allen Mundhygienemaßnahmen auch die ästhetischen Aspekte einen hohen Stellenwert. Die Zähne sollen möglichst strahlend und hell sein und bleiben. Sofern es sich um aufgelagerte Flecken und Beläge handelt, ist dies mit der mechanischen Plaqueentfernung oder durch professionelle Zahnreinigung zu leisten. Geht es jedoch um die „innere“ Zahnfarbe, kann diese nur durch Zahnaufhellung (Bleaching) geändert werden. Saubere Zähne sind jedoch auch dafür die Voraussetzung.

Zahnputztechnik

Einfache horizontale Putzbewegungen sollen die Zähne reinigen, wobei die Zahnbürste in einem Fünfundvierzig-Grad-Winkel an die Zähne gehalten werden soll (Bass-Technik). Eine mechanische Bürste soll wie ein Bleistift und nicht mit der Faust gehalten werden, um ein zu starkes Aufdrücken der Zahnbürste zu vermeiden. Entscheidend ist, dass speziell dort geputzt wird, wo sich dieser Biofilm festsetzt, und dies ist auf den Kauflächen und am Übergang zwischen Zahn und Zahnfleisch und zwar sowohl an den Außenseiten, als auch an den Innenseiten der Zähne.

Zahnpflege (mechanisch)

Nach dem Genuss säurehaltiger Nahrungsmittel wie Obst oder zitronensäurehaltiger Getränke schädigt das Zähneputzen mit einer Zahnbürste den – leicht angeätzten – Zahnschmelz. 

Der Zahn-Remineralisierung muss vor einem Zähneputzen genügend Zeit gegeben werden.

Mund spülen

Das Ausspülen des Mundes nach jedem Essen und dem Trinken zucker- oder säurehaltiger Getränke mit Wasser reduziert die Keimflora, die Speisereste und den Säureanteil, was die Vorbeugung von Zahnerkrankungen begünstigt. Insbesondere sollte der Mund nach einem Übergeben nur gespült werden, weil durch die Magensäure der Zahnschmelz angegriffen ist und nicht mit der Zahnbürste beschädigt werden sollte.

Zahnbürsten

Eine elektrische Zahnbürste ist grundsätzlich eine Alternative zur herkömmlichen (nicht elektrisch betriebenen) Zahnbürste. Eine herkömmliche Zahnbürste ist bei korrekter Anwendung zwar genauso geeignet zur Zahnpflege, doch wird sie oft falsch verwendet. Der Umgang mit einer elektrischen Zahnbürste ist dagegen etwas einfacher. Wichtig ist der regelmäßige Wechsel der Bürstenköpfe. Der Bürstenkopf sollte nach etwa sechs bis acht Wochen gewechselt werden, spätestens allerdings, wenn die Borsten sich auseinanderbiegen.

Verwendung der elektrischen ZahnbürsteDen Bürstenkopf setzt man am Zahnfleischrand an und bewegt ihn, vom Zahnfleisch ausgehend, über den Zahn. Für jeden Zahn setzt man also neu am Zahnfleisch an und putzt so von Zahn zu Zahn. Damit ist gewährleistet, dass der Bereich am Zahnfleischsaum und auch der Zahnzwischenraum weitestgehend gereinigt werden. Eine „Massage“ des Zahnfleisches ist nach heutigem Kenntnisstand nicht erforderlich. Mit einer elektrischen Zahnbürste sollte nicht schrubbend vorgegangen werden. Es ist wichtig, an den leicht vergessenen letzten Zahn und besonders dessen Rückseite zu denken.Verwendung der herkömmlichen ZahnbürsteBürsten mit mittelharten, abgerundeten Kunststoffborsten sind besonders empfehlenswert. Die ideale Länge des Bürstenkopfes beträgt 30 mm bis 35 mm bei jeweils 20 bis 40 Borsten in Bündeln zusammengefasst. Bürstenkopf und -griff sollten so geformt sein, dass alle Zähne leicht erreicht und gereinigt werden können. Spezielle Kinderzahnbürsten sind im Handel erhältlich.

Zahnpasta

Zahnpasta unterstützt die reinigende Wirkung der Zahnbürste durch ihren Gehalt an Poliermitteln und anderen Zusatzstoffen. Sie sollen einen hohen Reinigungsgrad erreichen, aber eine geringe abrasive Wirkung haben, um den Zahnschmelz nicht zu schädigen. Zum Zähneputzen sollte eine fluoridhaltige Zahnpasta verwendet werden. Gerade abends ist es sinnvoll, den Mund nach dem Zähneputzen nicht auszuspülen. Denn so können die Wirkstoffe der Zahnpasta länger wirken. Der Schaum wird nur ausgespuckt. Wer das wegen des Geschmacks nicht mag, sollte darauf achten, den Mund nur leicht auszuspülen.

Zahnputztabletten

Zahnputztabletten werden aus trockenen Rohstoffen gepresst. Durch den trockenen Produktionsprozess können Fluoride und weitere Inhaltsstoffe nicht miteinander reagieren. Außerdem kann auf Konservierungsstoffe verzichtet werden. Zahnputztabletten werden nicht geschluckt, sondern sind gemäß der Packungsbeilage in die Zahnpflege mit einzubeziehen.

Zahnzwischenräume

Auch die Zahnzwischenräume müssen gepflegt werden. Sie bedürfen einer besonderen Pflege, da sie mit der Zahnbürste kaum erreicht werden können. Dies geschieht mindestens einmal täglich gründlich mit Zahnseide, Zahnhölzchen oder Zwischenraumbürsten (sogenannten Interdentalbürsten).

Zahnseide

Am besten dafür eignet sich hier der Abend. Es gibt gewachste und ungewachste Zahnseide im Handel. Anfängern sei die gewachste Variante empfohlen, da sie weniger leicht reißt und besser über den approximalen Kontaktpunkt gleitet. Geübtere Anwender können die ungewachste Zahnseide mit noch besserer Reinigungswirkung verwenden. Sind die Interdentalräume sehr schmal, verwendet man Zahnseide, die sich um je eine der aneinanderstoßenden Flächen legt und durch Auf- und Abbewegungen unterhalb des Punktes, an dem die Zähne seitlich aneinander stoßen, den Zahn reinigt. Bei breiteren Räumen und zur Pflege von Brücken ist auch die Anwendung von Zahnseide mit flauschigen, dickeren Anteilen hilfreich.

Zahnhölzchen

Bei leicht geöffneten Interdentalräumen eignen sich Zahnhölzchen zur Entfernung der Plaque. Die flache Seite des Hölzchens zeigt zum Zahnfleisch. Das Hölzchen wird vorsichtig zwischen den Richtungen nach innen/nach außen hin und her bewegt. Es besteht die Gefahr, das Zahnfleisch zu verletzen. Zahnhölzchen, wie beispielsweise Miswak, werden bereits seit dem Altertum verwendet.

Interdentalbürsten

Interdentalbürsten (auch Zahnzwischenraumbürsten) sind in verschiedenen Durchmessern, Formen und Ausführungen erhältlich. Bei einer Parodontitis gelten sie als das effektivste Hilfsmittel zur Pflege. Auch bei Brücken oder Zahnersatz auf Implantaten verwendet man Interdentalbürstchen. Vorsicht ist bei engeren Räumen geboten, da die Zahnfleischpapille verletzt oder verdrängt werden kann.

Chemische Plaquehemmung

Spüllösungen, Gels und Zahnpasten enthalten Wirkstoffe, welche die Entstehung von Plaque oder die Entstehung von Stoffwechselprodukten der Plaque hemmen. Bereits bestehende Plaque versucht man teilweise chemisch aufzulösen.

Chlorhexidindiglukonat

Chlorhexidin ist gegen aerobe, anaerobe, grampositive und gramnegative Bakterien (Keime) wirksam. Konzentrationsabhängig wirkt es bakterizidund bakteriostatisch. In 0,1-prozentiger bis 0,2-prozentiger wässriger Lösung kann es zur Keimreduktion im Mund genutzt werden. Bei einer Langzeitanwendung werden niedriger konzentrierte Lösungen mit 0,05 bis 0,06 % empfohlen. Erhältlich sind auch Dentalsprays mit einer hohen Konzentration (1,5 %), letztere werden für die Keimreduktion auf Zahnbürsten und Zahnprothesen angewendet. Die Anwendung von Chlorhexidin sollte nach Rücksprache mit dem Zahnarzt erfolgen. Die Wirksamkeit von Chlorhexidin als Kariesprophylaxe ist umstritten und „die Daten klinischer Studien sind [diesbezüglich] nicht überzeugend“.

Aminfluorid mit Zinnfluorid

Die Kombination von Aminfluorid mit Zinnfluorid ist als Lösung oder in Gelform erhältlich (Fluoridgehalt 0,025 % F). Die plaquehemmende und plaquereduzierende Wirkung ist ähnlich der von Chlorhexidindiglukonat.

Sanguinarin

Sanguinarin ist ein Alkaloid aus der Kanadischen Blutwurz (Sanguinaria canadensis). Es wird Zahnpasten und Spüllösungen zugesetzt. Seine antimikrobielle Wirkung erzielt es durch den Eingriff in die Nukleinsäuresynthese und in die enzymatische Aktivität von Biofilmbakterien.

Tenside

Tenside können sich aufgrund ihrer chemischen Struktur auf Oberflächen auflagern und besitzen so eine desorbierende Wirkung auf die Plaquebakterien. In ihrem Schaum halten sie die Plaquebakterien fest und fördern das Ausspülen. Auch sie werden Zahnpasten und Spüllösungen zugesetzt.

Weitere Substanzen

Sie sind als alleinige Mittel zur Plaqueentfernung nicht geeignet und ihre Wirksamkeit ist nicht eindeutig belegt, sie sind jedoch Zahnpasten und Spüllösungen zugesetzt: Hexetidin, Phenole, quartäre Ammoniumverbindungen wie beispielsweise Cetylpyridiniumchlorid.

Bakterien

Eine neuartige Entwicklung ist die Verwendung von Milchsäurebakterien, zum Beispiel als Hauptbestandteil von Zahnpasta: der Lactobacillus paracasei gegen Karieserreger. Diese sind in der Lage, Kariesbakterien gezielt zu erkennen, an diesen anzudocken und danach zu entfernen.

Plaquerevelatoren

Unter Plaquerevelatoren versteht man Substanzen, die die Plaque einfärben und so besser sichtbar machen. Früher wurde meist Erythrosin verwendet, heute benutzt man Lebensmittelfarbstoffe in Tablettenform oder als Lösung.

Einfarbige Anfärbung

Tabletten mit Erythrosin färben mit Plaque behaftete Bezirke auf den Zähnen und der Mundschleimhautan. Der stark iodhaltige, aber als Lebensmittelfarbstoff zugelassene Farbstoff steht in Verdacht, Allergien auszulösen und sollte daher nicht auf Dauer gebraucht werden. Siehe auch Iodunverträglichkeit.

Zweifarbige Anfärbung

Der Test unterscheidet zwischen älteren und neueren Zahnbelägen mittels verschiedener Farbstoffzusätze. Stärker vernachlässigte Stellen am Zahn werden sichtbar und können zukünftig gründlicher gereinigt werden. Färbetabletten enthalten als Färbemittel Brillantblau (C.I. 42090) und Phloxin B (C.I. 45410). Phloxin (Tetrachlortetrabromfluorescein) gehört zu den Xanthen-Farbstoffen.(Twotone)

Prothesenhygiene

Auch Zahnersatz („Die Dritten“) braucht intensive Pflege. Herausnehmbarer Zahnersatz wird mindestens einmal am Tag gründlich gereinigt. Die Oberfläche des Zahnersatzes ist, wie die eigenen Zähne von Plaqueablagerungen betroffen, ebenso die Zwischenräume zwischen Kiefer und Zahnprothese und zwischen eigenen Zähnen und Zahnprothese. Nachlässige Prothesenhygiene kann Mundgeruch, Zahnfleischentzündungen und Karies an den verbleibenden eigenen Zähnen zur Folge haben, was zum Verlust weiterer Zähne führen kann.

  • Damit sich an der Unterseite der Zahnprothese keine Speisereste und Bakterien festsetzen, erfolgt die Reinigung von herausnehmbarem Zahnersatz stets außerhalb des Mundes.
  • Die groben Ablagerungen werden mit einer weichen Zahnbürste mindestens einmal am Tag, besser nach jeder Mahlzeit, entfernt.
  • Die Zahnpasta sollte nur wenig Schleifkörper enthalten, um Abrasionsschäden und damit eine raue Zahnersatzoberfläche, in der sich Bakterien ansiedeln können, zu vermeiden.
  • Einmal täglich wird ein Reinigungsbad mit Gebissreinigungstabletten durchgeführt, das auch an Stellen, die die Zahnbürste nicht erreicht, für hygienische Sauberkeit sorgt.

Zungenhygiene

Die Beläge der Zunge werden mit einem Zungenschaber entfernt. Dabei ist zu beachten, dass der Schaber möglichst weit hinten ansetzt und mit sehr sanftem Druck über die Zunge nach vorne geführt wird. Die entfernte Substanz wird ausgespuckt, der Mund danach ausgespült.

Kariesprophylaxe

Unter Kariesprophylaxe versteht man vorbeugende Maßnahmen zur Verhinderung von Karies (Zahnfäule).

Ansteckungsvorbeugung

Karies ist eine Infektionskrankheit, d. h., sie wird durch kariogene Bakterien (Streptococcus mutans) ausgelöst. Manche Eltern neigen beispielsweise dazu, den Schnuller durch eigenes Abschlecken oder Absaugen zu reinigen, wenn der Schnuller zu Boden gefallen ist. Teilweise wird die Temperatur der Milch in Milchflaschen durch die Eltern durch Vorkosten geprüft. Hierdurch ist eine Ansteckung des Kindes mit kariesauslösenden Mundbakterienmöglich. Die häufigste Übertragung erfolgt über den Schnuller und den Milchflaschensauger zwischen Mutter und Kleinkind. Es kommen auch andere Übertragungswege in Betracht, beispielsweise durch Spielzeug, das durch Kinder in Spielgruppen oder im Kindergarten gemeinsam in den Mund gesteckt wird und dadurch eine Übertragung von Bakterien erfolgt. Ebenso kann eine Übertragung, also Ansteckung, durch gemeinsam verwendetes Besteck, gemeinsam benutzte Zahnbürsten oder durch Küssen erfolgen. Die Höhe der Konzentration von Streptococcus mutans im Speichel korreliert eng mit dem Kariesrisiko. Die Mikroorganismenproduzieren aus niedermolekularen Kohlenhydratenorganische Säuren, die den Zahn angreifen, indem sie die in der Zahnhartsubstanz vorhandenen Mineralien herauslösen. Zucker aus der Nahrung wird dabei zu Milchsäure abgebaut. Nur Mikroorganismen, die diesen Stoffwechselprozess beherrschen (azidogene Mikroorganismen) und in stark saurem Milieu überleben können (azidurische Mikroorganismen), vermehren sich dann weiter. Eine frühzeitige Erkennung des Kariesrisikos, insbesondere von schwangeren Müttern oder Betreuungspersonen durch geeignete mikrobiologische Speicheltests im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen, ist angezeigt.

Kariesprophylaxe mit Fluoriden

Hierbei ist die Wirkung der Fluoride wissenschaftlich am besten untersucht. Fluoride kommen in Mineralien auf der ganzen Welt vor, wenn auch regional in unterschiedlichen Mengen, und werden seit Menschengedenken mit der Nahrung und dem Trinkwasser aufgenommen. Eine Aufnahme zu großer Mengen kann zu akuter oder chronischer Vergiftung (Fluorose) führen.

Für die karieshemmende Wirkung des Fluorids werden drei mögliche Mechanismen angeführt:

  • die Remineralisation entkalkter Schmelzbereiche wird begünstigt,
  • die Vergärung von Zucker in der Mundhöhle wird gehemmt und
  • der fluoridreiche Zahnschmelz wird weniger säurelöslich.

Das natürliche Fluoridangebot reicht für den menschlichen Organismus im Allgemeinen aus, für eine ausreichende Kariesprophylaxe scheinen diese Mengen allerdings zu gering. Deshalb werden Fluoride zusätzlich zugeführt, beispielsweise lokal über Zahnpasta und Mundspüllösungen oder systemisch in Form von Tabletten oder fluoridversetztem Kochsalz.

Fluoridapplikation

Fluoride erhöhen die Widerstandskraft der Zähne gegen die Angriffe durch die sauren Stoffwechselprodukte der Bakterien im Zahnbelag (Plaque) oder Säuren aus der Nahrung (Fruchtsäfte, Softdrinks). In jeder Zahnpasta sollten Fluoride zur regelmäßigen Anwendung enthalten sein. Auch möglich ist das Benutzen einer hoch konzentrierten Zahnpasta (Duraphat-Zahnpasta) 1–2 × pro Woche. Diese ist verschreibungspflichtig und relativ teuer. Es stehen auch verschiedene Gels zur Verfügung, die apothekenpflichtig sind. Bei Patienten mit hohem Kariesrisiko kann zusätzlich eine Fluoridapplikation durch den Zahnarzt notwendig werden.

Empfehlungen der DGZMK

Die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde gibt auf der Grundlage der Erkenntnisse, dass Fluoride hauptsächlich durch direkten Kontakt mit der Zahnhartsubstanz karieshemmend wirken, Empfehlungen zur Kariesprophylaxe mit Fluoriden insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Sie empfehlen:[15]

  • Aus zahnärztlicher Sicht sind bis zum Durchbruch der ersten Milchzähne keine Fluoridierungsmaßnahmen erforderlich.
  • Mit dem Durchbruch der ersten Milchzähne bis zum zweiten Geburtstag sollte zweimal täglich eine Kinderzahnpasta mit 0,10 % (= 1000 ppm) Fluorid in einer reiskorngroßen Menge verwendet werden, alternativ Kinderzahnpasta mit 0,05 % (= 500 ppm) Fluorid in einer erbsengroßen Menge. Diese empfohlenen Mengen sollten eingehalten werden, da Kleinkinder noch nicht richtig ausspucken können
  • Ab dem zweiten Geburtstag sollten die Zähne auf die gleiche Weise zweimal am Tag geputzt werden, hierbei mit Kinderzahnpasta mit 0,10 % (= 1000 ppm) Fluorid in einer erbsengroßen Menge.
  • Nach Durchbruch der ersten bleibenden Zähne (ca. sechstes Lebensjahr) sollte dann mit einer fluoridhaltigen Junior- oder Erwachsenenzahnpasta (bis zu 0,15 % Fluorid = max. 1500 ppm) mindestens zweimal täglich eine Zahnreinigung erfolgen.
  • Fluoridhaltiges Speisesalz zum Kochen und Backen sollte neben der Anwendung fluoridhaltiger Zahnpasta verwendet werden. Dann dürfen aber nicht Fluoridtabletten zur Kariesprophylaxe gleichzeitig zum Einsatz kommen. Neben diesen häuslich einzusetzenden Fluoridpräparaten zur sogenannten Basisprophylaxe können auf zahnärztliches Anraten zu Hause oder direkt beim Zahnarzt zusätzliche Fluoridierungsmaßnahmen erfolgen.

Kariesprophylaxe durch Xylitol

Das typischste Symptom eines Zahnabszesses ist ein pochender Schmerz im Zahn und im umliegenden Zahnfleisch sowie Knochen. Der Schmerz trXylitol ist ein natürlich und auch im menschlichen Stoffwechsel als Zwischenprodukt vorkommender Zuckeraustauschstoff, der Zahnpflegekaugummisbeigegeben wird. Xylitol kann in der Mundhöhle Komplexe mit Calcium und Speicheleiweißen bilden, was zu einer Remineralisation von Zahnhartsubstanz führen soll. Das Xylit kann mittels Kaugummi, Lutschpastillen und xylitenthaltende Zahnpasta freigesetzt werden. Eine Metastudie der Cochrane Collaboration aus dem Jahr 2015 hat eine mögliche Verringerung von Karies bei Kindern durch fluorhaltige Zahnpasta mit Xylit (im Vergleich zu nur fluoridhaltiger Zahnpasta) untersucht. Schlussfolgerungen über eine vorbeugende Wirkung seien aufgrund der schlechten Qualität der Belege und methodischer Mängel wenig aussagekräftig. Die Aussagekraft anderer xylithaltiger Produkte ist durch die sehr schlechte Qualität nicht gegeben. Der karieshemmende Nutzen Xylits ist größtenteils unklar, Xylit kann teilweise zu Blähungen und Durchfall führen. itt plötzlich auf, verschlimmert sich allmählich und strahlt oftmals in die Wange, das Ohr oder den Nacken aus. Der Zahn kann sich lockern.

Das Zahnfleisch und das Gesicht sind auf der vom Abszess betroffenen Seite oft geschwollen und gerötet. Darüber hinaus können die Zähne überempfindlich auf Hitze und Kälte reagieren. Betroffene können zudem Mundgeruch und Fieber haben. Deutlich seltener können Schwierigkeiten beim Schlucken oder sogar beim Atmen auftreten.

Wenn du dir unsicher bist, ob diese Beschwerden auf dich zutreffen, starte eine Symptomanalyse.

Ernährungsberatung und -lenkung

Neben einer allgemeinen Ernährungsberatung steht aus zahnärztlicher Sicht eine zahngesunde Ernährung im Vordergrund. Insbesondere Zuckerfördert die Entstehung von Karies. Bei Zucker handelt es sich um niedermolekulare Kohlenhydrate, die auch in Form von Honig, Traubenzucker und Fruchtzucker kariesfördernd wirken.

Zwischenmahlzeiten

Nach einer Mahlzeit sinkt der pH-Wert im Mund. Je nach gegessenem Lebensmittel dauert es unterschiedlich lange, bis die Bakterien im Mund die Reste zu Säure verarbeitet haben. Der pH-Wert wird vom Speichel automatisch nach einiger Zeit wieder neutralisiert. Der Prozess kann mit „Kaubaren Zahnbürsten“, Zahnputztabletten oder Zahnpflegekaugummis beschleunigt werden. Das Zähneputzen kann so jedoch nicht ersetzt werden, da die Keime, die das Zahnfleisch schädigen, nicht beeinflusst werden und die Plaque nicht beseitigt wird.

Um die Säure im Mund zu neutralisieren, kann eine basische Mundspüllösung aus einem Esslöffel Natron auf 0,5 Liter Wasser verwendet werden.

Erosion des Zahnschmelzes

Nach dem Zahndurchbruch können die Fissuren durch Mikroorganismen besiedelt werden. Da Fissuren sehr tief (bis zu 1 mm) und sehr schmal (50 μm) sein können, ist eine effektive Reinigung häufig unmöglich.

Der Zahnarzt kann bei kariesgefährdeten Personen kurz nach dem Zahndurchbruch die noch kariesfreien Fissuren mit einem dünnflüssigen Kunstharz- oder Kompositmaterial versiegeln, um die Besiedlung durch die Mundflora zu verhindern (Fissurenversiegelung). Ist die Fissur bereits besiedelt, muss diese erst durch Beschleifen oder Sandstrahlen gereinigt und evtl. etwas erweitert werden (erweiterte oder invasive Fissurenversiegelung).

Versiegelung tiefer Fissuren

Nach dem Zahndurchbruch können die Fissuren durch Mikroorganismen besiedelt werden. Da Fissuren sehr tief (bis zu 1 mm) und sehr schmal (50 μm) sein können, ist eine effektive Reinigung häufig unmöglich.

Der Zahnarzt kann bei kariesgefährdeten Personen kurz nach dem Zahndurchbruch die noch kariesfreien Fissuren mit einem dünnflüssigen Kunstharz- oder Kompositmaterial versiegeln, um die Besiedlung durch die Mundflora zu verhindern (Fissurenversiegelung). Ist die Fissur bereits besiedelt, muss diese erst durch Beschleifen oder Sandstrahlen gereinigt und evtl. etwas erweitert werden (erweiterte oder invasive Fissurenversiegelung).

Professionelle Zahnreinigung

Die Professionelle Zahnreinigung (PZR) oder Professionelle medizinische Zahnreinigung (PMZR) ist ein Hauptbestandteil der zahnmedizinischen Prophylaxe, zumeist der Individualprophylaxe. Man versteht darunter eine umfassende mechanische Reinigung der Zähne, die die Defizite der täglichen Mundhygiene beseitigt.

Indikation

In jedem Mund bildet sich nach ein bis zwei Tagen ein Belag auf den Zähnen, Biofilm genannt. Dieser Biofilm besteht aus Milliarden von Bakterien, die einen regen Stoffwechsel entwickeln. Dabei werden isolierte Kohlenhydrate verwertet und Säuren sowie Zellgifte ausgeschieden. Durch diese aggressiven Substanzen entstehen Zahnschäden (Zahnkaries) und Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) bis hin zum Knochenabbau (Parodontitis). Vielen Patienten gelingt es auch durch eine gründliche Zahnpflege nicht, alle Zwischenräume und Nischen in der Mundhöhle zu erreichen und damit diese Bakterien zu entfernen.

Insbesondere bei älteren Patienten ist eine regelmäßige gründliche Reinigung des Gebisses unerlässlich, weil das Zahnfleisch zurückgeht. Dadurch wird die freiliegende, dem Belag und den Bakterien ausgesetzte Zahnoberfläche größer. Ferner lässt die Fingerfertigkeit im Alter nach, was die Qualität der täglichen Putztechnik reduziert. Darüber hinaus verändert sich der Stoffwechsel im Alter in vielen Fällen ungünstig, beispielsweise durch chronische Krankheiten oder Medikamente, wodurch die Anfälligkeit für Karies und Parodontitis steigt.

Gerade bei Zahnersatz- Patienten und insbesondere bei Implantat-Patienten ist es unerlässlich den Behandlungserfolg durch eine halbjährige/ vierteljährliche PZR langfristig zu erhalten, insbesondere deswegen, weil Implantate keine selbstreinigende Mechanismen, wie die natürlichen Zähne (sulcus Liquid) besitzen.

Vor- und Nachsorge

Erreger sind meist β-hämolysierende Streptokokken, seltener Staphylococcus aureus. Äußere Ursachen sind häufig kleinere Hautverletzungen (z.B. Rhagaden).

Phlegmonen finden sich unter und in den Hautgeweben, im Mediastinum, am hinteren Teil des Bauchfells und in und um Muskeln, Faszien und Sehnen. Häufig sind die Gliedmaßen betroffen, wo dann flächig ein überwärmtes, livides Erythem sichtbar ist.

Durchführung

Die PZR wird von fortgebildeten Fachkräften durchgeführt, wie zahnmedizinischen Prophylaxe-Assistenten (ZMP), zahnmedizinischen Fachassistenten (ZMF) oder Dentalhygienikern (DH). In der Regel umfasst die PZR eine vollständige Entfernung versteckter weicher und auch mineralisierter Zahnbeläge oberhalb (Zahnstein) und unterhalb (Konkrement) des Zahnfleisches. Die genannten Assistenzberufe dürfen diese Beläge nur entfernen, soweit sie klinisch sichtbar und erreichbar sind. Ansonsten sind sie dem Zahnarzt vorbehalten. 

Die Reinigung erfolgt mit Handinstrumenten (Scaler), Schleifpapierstreifen, Bürstchen, Zahnseideund Ultraschallgeräten. Anschließend können eventuell verbliebene Verfärbungen und Ablagerungen auf Zahnoberflächen (auch auf Zahnersatz und Zahnkronen) mittels Pulverstrahlgeräten ( EMS, Air Flow, Perio Flow entfernt werden. Vergleichbar mit dem Sandstrahlen bläst hier ein erwärmtes Gemisch aus Luft, Wasser und einem speziellen Reinigungssalz die Beläge aus jedem Zwischenraum und jeder Furche (Fissur). Anschließend werden die Zähne mit einem rotierenden Gummikelch oder einer rotierenden kleinen Bürste unter Verwendung immer feiner werdender abrasiver Prophylaxepasten poliert, um die Zahnoberflächen zu glätten und ein Neuansetzen von Belägen zu erschweren. Abschließend werden zum Schutz des Zahnschmelzes alle Zahnoberflächen mit einem speziellen Fluoridlack behandelt. In seltenen Fällen kann bei besonders empfindlichen Zähnen die Professionelle Zahnreinigung unter Lokalanästhesiedurchgeführt werden.

Bei Kindern und Jugendlichen in kieferorthopädischer Behandlung werden für eine PZR die Bögen und alle Zusatzteile entfernt und nach Abschluss der Behandlung wieder eingegliedert.

Kostenübernahme durch private und gesetzliche Versicherer

Mit Inkrafttreten der Novellierung der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) zum 1. Januar 2012 werden gemäß Gebührenposition 1040 bei durchschnittlichem Aufwand (2,3-facher Faktor) 3,62 Euro pro Zahn berechnet.

Während einige private Krankenversicherungendiese Kosten in der Regel übernehmen, lehnen andere private Versicherer eine Erstattung mit der Begründung ab, dass es sich bei der PZR um eine Prophylaxemaßnahme handle. Diese sei von der Erstattung ausgeschlossen. Laut Meinung der Zahnärztekammern ist die Ablehnung der Erstattung als Prophylaxemaßnahme bzw. als nicht medizinisch notwendige Leistung nicht rechtskonform. Gesetzlich Krankenversicherte müssen die Kosten einer PZR zunächst selbst tragen. Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung führt seit 2016 jährliche Umfragen unter den gesetzlichen Krankenkassen durch, ob und in welcher Höhe sie die Professionelle Zahnreinigung bezuschussen, jedoch antworten nur etwa 30 % der Krankenkassen auf die Umfrage.[13] Einige Zahnzusatzversicherungen für gesetzlich Versicherte übernehmen die Kosten je nach Tarif teilweise oder vollständig. Mehr als zwei Drittel der Kassen bieten laut Stiftung Warentest als Extraleistung ein- bis zweimal jährlich Zuschüsse zur professionellen Zahnreinigung an. Sie liegen zwischen 10 Euro und 300 Euro pro Jahr.

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